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Hauptstadt TV
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20. September 2020

Liebe HauptstadtTV-Gemeinde,

„Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Ehre.“ hat Paulus schon an die Gemeinde in Rom, der damaligen Welthauptstadt geschrieben. Das gilt heute erst recht. Denn wenn wir heute nicht als Menschheit denken und handeln, wird es übermorgen die Menschheit so nicht mehr geben. Egal wo wir leben auf diesem Erdball, wir sind durch das globale Internet und durch die globalen Finanz- und Wirtschaftsströme, aber eben auch durch den Klimawandel aufeinander bezogen und voneinander abhängig. Und deshalb gilt heut wie damals: „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Ehre.“

Von wann an kann man eigentlich von Menschheit reden, ist von Menschheit geredet worden? In der Bibel kommt das Wort nicht vor! Und doch, behaupte ich, ist die Bibel die erste Schrift, die ohne von Menschheit zu reden, das, was wir heute unter Menschheit verstehen, in den Blick nimmt. Und zwar in der Sindflut und in der Taufe.

In der Sündflut so erzählt es die Urgeschichte der Bibel wird von dem Ende aller Menschen, von allem Leben auf Erden gesprochen, dass verenden soll. Das Alte Testament redet von Menschheit immer dann, wenn es ganz umfassend von dem Menschen redet, weil es da eben keinen Unterschied mehr gibt zwischen den Völkern. Die Bibel sieht sonst immer in die Welt der Völker, aber am Anfang in der Sündflut und am Ende, wenn alle Völker zum Zion pilgern und Gott allein als König aller Menschen verstanden wird, wie im Psalm 146, den wir gerade gebetet haben, immer dann kommt die Menschheit in den Blick, obwohl es das Wort dafür noch nicht einmal gab.

Und auch im Taufauftrag kommt die Menschheit in den Blick, denn Jesus beauftragt seine Jünger, seine Nachfolger, die christianoi, die Christen, in alle Welt zu gehen und zu Jüngern alle Völker zu machen. Das, was in Christus geschehen ist, das geschieht für alle Welt. Und deshalb wird den Hirten auf dem Felde in der Weihnacht gesagt: „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden den Menschen ein Wohlgefallen.“

Und deshalb ist unter der Ägide der Christen den Menschen auf Erden langsam bewusst geworden, dass wir eine Menschheit sind. Die Fehler, die die christlichen Völker dabei gemacht haben sind Legion!!! Und sie treiben mir Tränen der Scham und Zornesröte ins Gesicht! Natürlich!!! Aber die Chinesen und die Inder, die Urvölker Amerikas und Australiens und alle, die man noch nennen wollte, haben nie die Menschheit als Ganzes sehen wollen oder können, weil sie sich immer von ihrem Gott her als Volk verstanden haben. Und die anderen daher nicht in den Blick bekamen. Nicht bekommen wollten, denn ihr Gott war nur für sie zuständig.

Bei Noah gibt es ein Urteil von Jahwe, dem Gott für sein Volk Israel, über alle Menschen, dass sie keine Gnade finden und untergehen sollen in der Sündflut. Und dass dann eben auch ein erster Bund aufgerichtet wird zwischen Gott und allen Menschen mit dem Regenbogen. Genau deswegen ist der Regenbogen dann ja auch zum weltweiten Zeichen eines weltweiten Friedens gemacht worden.

Und Jesus sah sich und wurde nicht nur gesehen als einer, der nur die Juden, nur das Volk Israel retten sollte. Sondern spätestens seit Paulus gilt Jesus als der, der im Namen Gottes, als Gott bei den Menschen, als Mensch von Gott, alle Menschen, die Menschheit erretten soll. Aber die ganzen vergangenen 2 Jahrtausende haben wir im wesentlichen die Völker, die nationes gesehen. Erst die Ökumenische Bewegung, die die Schöpfung, den oikos, die Welt als Haus Gottes als Ganzes in den Blick bekommt, vermag langsam Menschheit zu denken und will deshalb ja auch die verschiedenen Konfessionen in der Ökumene zusammenführen.

Aber der Völkerbund, der nach dem Desaster des 1. Weltkrieges gegründet worden ist, gelingt nicht! Er scheitert! Erst nach dem 2. Teil des Doppelten Weltkrieges mit über 50 Millionen Toten, gelingt die Gründung der Vereinten Nationen. Aber hören sie, auch da versteht sich diese Menschheitsorganisation noch als Bildung aus den Nationen. Als Vereinte Nationen!!! Sie wird aufgebaut aus fast 200 verschiedenen, rechtlich selbständigen Entitäten, eben den Völkern, die beantragen können, Mitglied der UNO zu werden. Und die Völker der Welt stimmen dann darüber ab.

Aber in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte kommt Menschheit das erste Mal dann doch wirklich in den Blick. Denn da werden die Rechte von Menschen beschrieben, die sie unveräußerlich haben, allein dadurch, dass sie Menschen sind und also zu der Menschheit gehören, die zwar aus den Nationen ist, aber zugleich eben auch über den Nationen. Die Menschenrechte hat ein Mensch nicht, weil er einer Nation angehört, sondern weil er Mensch ist, also zur Menschheit gehört. Darin zeigt sich letztlich der zu einer Rechtsnorm gewordene Impuls Jesu, der sich zu allen Menschen von Gottes Wohlgefallen gesandt wusste. Und Wohlgefallen hat ein Mensch vor Gott wiederum nicht, weil er etwas geleistet hat, weil er irgendeine Religion hat, sondern einfach durch sein Geschöpf-Sein. Bleiben Sie gesundBehütet.

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